Der Textgebundene Aufsatz
Der Textgebundene Aufsatz lässt sich im Wesentlichen in drei große Bereiche teilen – die Einleitung, dem Hauptteil mit weiterführender Aufgabe, sowie dem Schluss. Wobei sich der Hauptteil selbst
nochmals in sechs Teilbereiche gliedern lässt. So umfasst er den Inhalt des Textes, das Textäußere, die sprachlichen Besonderheiten in Wortwahl und Satzbau, die Autorenabsicht und Zielgruppe und
auch die weiterführende Aufgabe.
1. Die
Einleitung
Die Einleitung gibt alle wichtigen Basisinformationen des Textes
wieder. Unter diesen Informationen versteht man den Titel und den Verfasser des Schriftstückes, die Textsorte und die Quellenangabe. Des Weiteren sollte die Einleitung die
Kernaussage des Textes aufzeigen, die in maximal zwei Sätze verpackt werden sollte. Manchmal ist es auch noch wichtig den Erscheinungstag- und ort anzugeben. Falls einmal keine Aussage zu einem
dieser Basisinformationen getroffen wird, muss dies ebenfalls erwähnt werden. So könnte man zum Beispiel schreiben, dass die Quelle, des hier vorliegenden Textes nicht bekannt
ist.
2. Der Hauptteil
a) Die Inhaltsangabe:
Zuerst
sollte der Text konzentriert gelesen werden. Anschließend kann man die einzelnen Sinnabschnitte markieren, denn jeder Sinnabschnitt enthält eine wichtige Information, die für die Inhaltsangabe
von Bedeutung ist. Ein Sinnabschnitt kann mehrere Druckabschnitte umfassen. Dann sollten alle wichtigen Schlüsselstellen, d.h. alle Passagen, die die Handlung voranbringen, unterstrichen werden.
Anschließend sollte man sich abschnittsweise die wichtigsten Informationen in Stichworten herausschreiben. Nun kann man den Inhalt in ganzen Sätzen zusammenfassen. Dabei ist muss man beachten,
dass man die Zeitform des Präsens [Gegenwart] verwendet. Der Satzbau sollte stets abwechselnd und ausgewogen sein.
b) Das Textäußere:
Als erstes kann man darauf eingehen wie die Überschrift gestaltet ist, zum
Beispiel: fett, kursiv, unterstrichen, Großbuchstaben usw. Des Weiteren müssen Aussagen über die Anordnung des Textes getroffen werden ist er im Blocksatz geschrieben, wie viele Absätze, Spalten
oder Teilüberschriften weist er auf. Werden Abbildungen verwendet? Hier werden meistens übliche Fotos, Bilder, Zeichnungen, Grafiken oder auch Karikaturen verwendet, nicht selten lassen sich auch
Karten oder Auszüge aus den Lexika finden. Zum Schluss muss noch auf die zusätzlichen Informationen eingegangen werden zum Beispiel: wo wurde der Verfasser und die Quellenangabe abgedruckt.
Jedoch sollte man bei der Beschreibung des Textäußeren noch einem logischen Schema vorgehen. So ist es ratsam, dass man zuerst das auffällige Bild erklärt und sich dann erst den Gegebenheiten der
Überschrift und des Untertitels zuwendet. Die Auffälligkeiten in der Gestaltung des Textes, sowie die Angabe des Verfassers und die Quelle sollte erst am Schluss erwähnt werden. Grundsätzlich
wäre zu beachten, dass alle Besonderheiten der Textgestaltung auch eine Wirkung besitzen, die ebenfalls beschrieben werden muss. Die unten stehende Tabelle soll nur eine Hilfe sein, denn die
Wirkung ist zum Teil von Text zu Text unterschiedlich.
Besonderheit des Textäußeren
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Wirkung dieser Besonderheit
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große Überschrift
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soll dem Leser zum Lesen anregen
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Untertitel
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soll dem Leser weitere Informationen zum Text geben
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Leitsatz
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beantwortet alle W-Fragen
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Absätze
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dienen der Übersichtlichkeit
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Teilüberschriften
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dienen der Übersichtlichkeit
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Bilder, Fotos
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sollen den Inhalt des Textes verdeutlichen und den Text auflockern
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c) Die Textsorte:
Anhand von bestimmten Textsortenmerkmalen sollte
man versuchen die richtige Textsorte herauszufinden. Dies ist meist einfacher, als es sich gerade anhört. Die wichtigsten Textsorten und ihre Merkmale findest die unter der Rubrik „Die
TEXTSORTEN“. Diese Merkmale müssen im Aufsatz klar und deutlich erläutert werden und mit den richten Passagen aus dem Text nachgewiesen werden. Hierbei kann man den ganzen Satz zitiere oder auch nur
die wichtigsten Stellen. Ebenso sollten die Merkmale gut beschrieben werden, da die Beispiele aus dem Text dies oftmals nicht allzu deutlich
veranschaulichen.
d) Die Sprachlichen
Besonderheiten:
Die Sprachanalyse ist der schwierigste Teil des Textgebundenen Aufsatzes, da die einzelnen Wirkungen der Besonderheiten von Text zu Text variieren. Die
Sprachlichen Besonderheiten unterteilen sich wieder in drei Gliederungspunkte: die Besonderheiten der Wortwahl und rhetorische Mittel, Besonderheiten des Satzbaus und der Sprachebene. Bei der
Sprachanalyse sollte man folgendermaßen vorgehen: Wie ist der Satzbau gestaltet. Weist er viele Frage- oder Ausrufesätze, Ellipsen, Nachträge, Parenthesen, einfache Hauptsätze und komplizierte
Satzgefüge auf. Wie wurde die Wortwahl und rhetorische Mittel gestaltet? Enthält der Text viele Fremdwörter, Fachwörter, Alliteration, Neologismen, Hyperbeln, treffende Adjektive oder
Nominalisierungen. Zum Schluss solle noch eine kurze Stellungnahme zur Sprachebene genommen werden. Ist der Text in Hoch- oder Standardsprache verfasst, weist er Alltagssprache, Umgangssprache,
Dialekte oder Jugendsprache auf? Anschließend sollte überlegt werden, welche Wirkung die einzelnen Besonderheiten haben. Dabei kann dir die Tabelle unter der Rubrik „Die SPRACHANALYSE“ helfen, jedoch
passen nicht alle Wirkungen zu jedem Text, und genau das macht die Sprachanalyse so schwer. Des Weiteren muss zu jeder Besonderheit ein Beispiel aus dem Text mit entsprechender Zeilenangabe zitiert
werden. Bei der Ausformulierung sollte man wiederum eine abwechslungsreiche Sprache verwenden.
e) Autorenabsicht und Zielgruppe:
Unter der Zielgruppe versteht man den Leserkreis, für den der Text konzipiert wurde. Dabei ist es
wichtig folgende Überlegungen
anzustreben:
1) Wen könnte der
Text interessieren?
2) Gibt es sprachliche Merkmale, die auf eine
bestimmte
Zielgruppe hinweisen?
3)Wo ist der Text erschienen? Gibt der Titel des Buches oder der
Zeitschrift einen Hinweis?
Mögliche Zielgruppen können sein: Erwachsene, Jugendliche, Frauen, Männer, Fachleute, Leser – die unterhalten werden wollen, Leser – die sich weiterbilden
wollen, für interessierte Leser oder für die breite Leserschaft. Spricht ein Text mehrer Zielgruppen an, so wird nur die wichtigste genannt.
Der Autor kann verschiedene
Absichten vermitteln wollen: Will er den Leser unterhalten, an ihm appellieren, ihn informieren oder ich sogar von einer anderen Meinung überzeugen wollen? Oft auch schon die Zielgruppe Auskunft über
die Autorenabsicht. Bei der Beschreibung der Autorenabsicht und der Zielgruppe sollten die Zusammenhänge gut erkennbar sein und das „warum?“ geklärt
sein.
f) Die
weiterführende Aufgabe:
Bei der weiterführenden Aufgabe unterscheidet man Erörterung, persönliche Stellungnahme, Leserbrief, Appell, Beschwerden und
Antrag/Auftrag. Die näheren Informationen zu diesem Teil findest du unter der Rubrik „Die WEITERFÜHRENDE AUFGABE“.
3. Der
Schluss
Der Schluss soll eine gelungene Abrundung des Aufsatzes darstellen. Dabei ist es wichtig, dass du den Leser
gefühlsmäßig ansprichst. Dies ist übrigens der einzige Teil des textgebundenen Aufsatzes, indem man gefühlsbetonte Passagen verwenden darf. Man kann aber auch eine persönliche Stellungnahme abgegeben
oder eine Ausblick in die Zukunft geben. Oftmals wird auch ein Teil des Textes im Schluss noch einmal aufgegriffen um den Leser zum Nachdenken zu bringen. Manchmal bietet sich auch an einen Appell an
die Leser zu richten oder verschiedene Schlussarten miteinander zu kombinieren. Man sollte jedoch beachten, dass der Schluss der letzte Bereich des Aufsatzes ist und dem Leser oder dem Lehrer am
längsten in Erinnerung bleibt.